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Dass die Brüder Hannes und Gerhard Zwillinge sind, sieht man ihnen nicht an.
Zu unterschiedlich sind die beiden, und das nicht nur vom Aussehen her.
Doch eine Leidenschaft verbindet die zwei Brüder wie keine andere:
das Mineralien-Sammeln. Und dies bereits seit dem Jahre 1977, als die "Hofer-Buam" (so werden die zwei inzwischen über 40-jährigen heute noch genannt)
ihre Liebe zu den Steinen entdeckten.
Eine Gemeinsamkeit hatten die beiden von Kindheit an: sie lieben beide das Pilzesammeln im Wald.
Und dem verdanken die beiden auch ihre allerersten Funde, die mehr durch Zufall als gewollt entstanden.
"In den Sommerferien waren wir immer unterwegs um so viele Pilze wie möglich nach Hause zu bringen" so Gerhard, der Ältere der beiden,
"diese haben wir dann immer in den umliegenden Gasthäusern verkauft, damit wir unser Taschengeld aufbessern konnten."
In der Nähe einer Schottergrube fanden die damals 12-jährigen Zwillinge dann eigenartige Steine.
Dass es keine Quarze waren, erkannten sie auf Anhieb, doch was genau für eine Art, erkannten sie nicht.
"Ich seh´ noch heute vor mir, wie wir ein paar der Klumpen in unser Jausensackerl gepackt und in unseren Rucksäcken verstaut haben", lacht Hannes,
"denn vom weiteren Eierschwammerl-Suchen ließen wir uns dadurch nicht abhalten".
Erst am nächsten Tag fiel den beiden dann ein, dass sie ja auch noch Steine mit nach Hause gebracht hatten.
"Wir wohnten damals 3 Häuser entfernt von dem inzwischen verstorbenen Mineraliensammler Breuer Xander und zu diesem sind wir dann mit unserer
Ausbeute gegangen", so Gerhard. Der versierte Mineraliensucher hatte natürlich sofort gesehen, dass es sich um Calzite handelte.
Nun waren die beiden nicht mehr aufzuhalten.
Sie durchsuchten Vaters Werkzeugkiste, gingen wieder zu der Stelle und trugen Rucksäcke-voll Calzite nach Hause - sehr zur "Freude" ihrer Eltern, die nun in der Garage kaum mehr Platz für ihr Auto fanden.
Von dem Tag an wurde das Mineraliensammeln zum Thema Nummer 1 bei den beiden. An jedem Wochenende waren die beiden in den Bergen zu finden.
Mit 13 Jahren nahm sie ein Verwandter - Schewitz Adi aus Neukirchen - mit auf den Elferkogel zu den Rauchquarzfundstellen.
Auch ins Gasteinertal durften sie mitgehen. Dort fanden sie tatsächlich kleine Bergkristall-Drusen und waren äußerst glücklich über diese kleinen Funde.
Das Feuer war nun entbrannt!
So bot ihnen der Nachbar Breuer Xander an, sie ins Wildgerlostal (Benkerbirg) mitzunehmen.
"Blöderweise fiel dies einige Male auf einen Samstag. Aber die Wahl fiel uns nicht schwer: das Mineraliensammeln siegte über einige Schulsamstage!" grinst Hannes.
Im Jahre 1982 begann dann endgültig die "Stoasucher-Laufbahn" von Hannes und Gerhard: im Frühjahr kaufte sich jeder ein Moped und so knatterten
sie die nächsten 4 Jahre ins Ober- und Untersulzbachtal, wo sie jeweils 1982 und 1983 eine große Kluft in der Kampriesen-Alm mit schönen Kristallen
bis 30 cm Länge öffnen konnten. Heute sind sie der Meinung, dass sie diese Klüfte leider etwas zu früh gefunden hatten, denn vom Ausräumen einer Kluft hatten
beide damals noch wenig Ahnung und so ging leider oft mehr kaputt, als sie an ganzen Stücken mit nach Hause nehmen konnten.
Aber das waren die Anfänge von den beiden und nun mit den Jahren hat sich schon einiges an Erfahrung angesammelt.
"Im Jahr 2003 hatten wir das große Glück am Ödenwinkel im Stubachtal die große Kluft von 1965 - übrigens unser Geburtsjahr - des Peter Meilinger und des
Hans Hofers zu finden.", so Hannes, "Böck Walter, ehem. Bergführer aus Neukirchen und damaliger Arbeitskollege von mir, hat uns eigentlich auf diese
Stelle aufmerksam gemacht. Dass dort nichts mehr zu finden sei, war für uns an sich klar.
Hinauf getrieben in den Ödenwinkel hat uns letztlich das Verlangen, einfach einmal an dieser Fundstelle gewesen zu sein, die 1965 die Riesenbergkristalle
zu Tage brachte, die heute im Haus der Natur stehen".
Von dem tollen Gefühl, eine solche Stelle tatsächlich zu finden, sogar noch altes Werkzeug von damals, berichteten die beiden, auch davon,
wie stolz sie waren, als sie letztlich dann selber noch einen großen Fund machen konnten.
Stücke davon sind heute auf der Rudolfshütte und im Fremdenverkehrsverband in Uttendorf zu besichtigen.
Doch bei dieser Fundstelle dürfte wohl noch nicht der letzte Bericht geschrieben worden sein. Fortsetzung folgt!
Ihre große Sammlung haben die beiden, allein aus Platzgründen, ins Heimatmuseum Bramberg verlagert. "Hier haben weitaus mehr Interessierte die Möglichkeit,
die Schätze der Natur zu sehen und sich an ihnen zu erfreuen, als dies bei uns zu Hause überhaupt möglich wäre", meint Hannes.
Über Ihre wirklich großen Funde haben Hannes und Gerhard inzwischen 3 Filme gedreht: "Bergkristalle vom Ödenwinkel",
"Der Amethystfund vom Mörchnerkar 2004" und "140 Jahre Knappenwand - ein Mythos einst und jetzt" stehen inzwischen bei vielen
Mineraliensammlern zuhause in den Regalen. Das Filmen werden sie sicher auch weiter verfolgen, denn hier wird vor allem einer breiten
Öffentlichkeit das Mineraliensammeln auch in der Praxis näher gebracht.
"Es sind nicht wenige, die sich gar nicht vorstellen können, dass die Natur solche Schätze zutage bringen kann.
Viele meinen, die Bergkristalle werden geschliffen. Und das ist auch auf unseren Filmen gut zu sehen.
Denn wer kann im wirklichen Leben schon bei der Geburt eines Kristalls live dabei sein". (siehe Shop)
Besondere Freude haben die beiden - sofern es ihre Zeit erlaubt - mit den Besuch von Messen: sei es als Aussteller, Gestalter von Sonderschauen
oder einfach nur als Zuseher. Es ist schön, auch immer wieder Freunde, Bekannte und Sammler dort anzutreffen. (siehe Termine)
Auf die Frage, es denn gar nie zwischen den beiden kriseln würde, müssen beide laut lachen. "Natürlich, das wäre ja nicht normal.
Wir haben beide unsere eigenen Meinungen, die wir sehr wohl auch stark vertreten können," meint Gerhard, der wohl Impulsivere von den beiden.
"Aber letztlich finden wir doch immer wieder einen gemeinsamen Nenner. "Große Entscheidungen werden immer zusammen getroffen",
so Hannes der sich selten aus der Ruhe bringen lässt. "Und die wirklichen Lausbubenstreiche haben wir auch nur immer gemeinsam gemacht.
"Da erinnern sie sich zum Beispiel an die Sache mit der teuren und dann zerbrochenen Keramikpuppe ihrer Mutter, oder die Sache mit der Verbindungstür,
die die beiden zwischen zwei Schlafzimmer schlagen wollten, kaum dass sie gehen konnten. "Kurz vor dem Durchbruch hat uns der Vater aber noch erwischt"
lacht Gerhard laut.
Und dann wirft Hannes noch etwas nachdenklich ein: "Es ist sehr schön, zu wissen, dass wir uns gegenseitig aufeinander verlassen können, sei es privat,
beim Steinesuchen oder beim Tourengehen. Wir können uns blind vertrauen und mit Blicken verständigen." Und nichts ist in der oft rauen Natur wichtiger
für die beiden.
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